
5 Erstaunliche Fakten über den Fliegenpilz
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Der Fliegenpilz ist wohl einer der auffälligsten Pilze der Welt - leuchtend rot mit weißen Punkten, wie aus einem Märchen entsprungen. Doch hinter diesem ikonischen Erscheinungsbild steckt weit mehr als nur ein hübscher Anblick.
Viele Menschen verbinden den Fliegenpilz vor allem mit seiner halluzinogenen Wirkung, aber wusstest du, dass er trotz seiner Giftstoffe nicht tödlich ist? Oder dass er in Japan sogar als Delikatesse gegessen wird? In diesem Artikel verraten wir dir fünf erstaunliche Fakten über den Amanita muscaria.
1. Halluzinogen, aber nicht tödlich
Im Gegensatz zu seinen tödlichen Verwandten wie dem Grünen Knollenblätterpilz (Amanita phalloides) ist der Fliegenpilz nicht direkt tödlich. Zwar enthält er giftige Substanzen wie Muscimol und Ibotensäure, die zu Halluzinationen, Delirium und Bewusstseinsstörungen führen können - tödliche Vergiftungen sind aber äußerst selten.
Während andere Amanita-Arten schon in kleinsten Mengen den Körper zerstören, löst der Fliegenpilz eher Sinnestäuschungen und tranceähnliche Zustände aus. Dennoch: Roh verzehrt kann er unangenehme Nebenwirkungen haben - also lieber die Finger davon lassen.
2. Essbar? Ja, aber nur richtig zubereitet.
Kaum zu glauben, aber in Japan - genauer gesagt auf der Insel Hokkaido - wird der Amanita muscaria tatsächlich gegessen! Natürlich nicht roh, sondern erst nach einer sorgfältigen Entgiftung durch mehrmaliges Kochen, um die Giftstoffe zu entfernen.
Nach dem Abkochen wird der Fliegenpilz oft eingelegt oder als Zutat für Miso-Suppe verwendet. Diese Praxis ist zwar selten, zeigt aber, dass der Fliegenpilz nicht nur ein mystisches Symbol, sondern auch eine kulinarische Kuriosität sein kann.
3. die leuchtend rote Warnfarbe: Nicht essen!
Warum sieht der Fliegenpilz aus, als hätte ihn jemand für einen Zeichentrickfilm entworfen? Die Antwort liegt in der Natur: Der rote Hut mit den weißen Punkten ist ein Beispiel für Aposematismus - eine Strategie, bei der Tiere oder Pflanzen durch leuchtende Farben vor ihrer Giftigkeit warnen.
Viele Tiere (und auch Menschen) meiden instinktiv grell gefärbte Pilze oder Insekten, weil sie oft giftig sind. Doch offenbar haben einige Lebewesen diesen Trick nicht verstanden - darunter Fliegen, die Pilze sogar lieben (dazu gleich mehr).
4. warum heißt er eigentlich „Fliegenpilz“?
Der Name „Fliegenpilz“ kommt nicht von ungefähr! Früher haben ihn die Menschen in Europa als natürliches Insektizid verwendet. Der Trick? Man legte ein Stück des Pilzes in Milch - die darin enthaltenen Giftstoffe lockten Fliegen an und töteten sie.
Das funktioniert, weil der Pilz Stoffe enthält, die auf das Nervensystem der Insekten wirken. Wenn du also mal eine besonders hartnäckige Fliegenplage hast und keine Lust auf Chemie - vielleicht ist ein bisschen Fliegenpilz in Milch eine natürliche Alternative.
5. Ein wichtiger Bestandteil des Waldes
Der Fliegenpilz ist nicht nur für den Menschen interessant - er spielt auch eine wichtige Rolle im Ökosystem Wald. Mit Bäumen wie Birken, Kiefern und Fichten geht er sogenannte Mykorrhiza-Symbiosen ein. Das heißt, die feinen Pilzfäden verbinden sich mit den Wurzeln der Bäume, um Nährstoffe auszutauschen.
Der Baum gibt dem Pilz Zucker, den er durch Photosynthese produziert, und der Pilz hilft dem Baum, Wasser und Mineralien aus dem Boden aufzunehmen. Ohne diese Partnerschaft würden viele Bäume deutlich schlechter wachsen
Der Fliegenpilz - mehr als nur ein hübscher Giftpilz
Der Amanita muscaria ist einer der faszinierendsten Pilze der Welt. Er sieht nicht nur märchenhaft aus, sondern hat auch erstaunliche Eigenschaften: Er ist halluzinogen, aber nicht tödlich, kann richtig zubereitet sogar gegessen werden und spielt eine wichtige Rolle in der Natur.
Ob als Fliegenfalle, als Verbündeter im Wald oder als kulinarische Rarität in Japan - der Fliegenpilz ist viel mehr als nur ein hübscher Giftpilz. Wenn du also das nächste Mal einen Fliegenpilz siehst, denk daran: Er ist nicht nur ein Hingucker, sondern ein echter Überlebenskünstler.
Quellen:
- Benjamin, D.R. (1995). Mushrooms: Poisons and Panaceas.
- Hobbs, C. (1995). Medicinal Mushrooms.
- Schmidt, J.M. & Blum, M.S. (1977). Chemical Defenses of Fungi.
- Arora, D. (1986). Mushrooms Demystified.
- Halling, R.E. (2001). Mycorrhizal Fungi and Forest Ecosystems